Ich lese immer wieder: KI sei der neue Stakeholder für die Unternehmenskommunikation. Das ist Unsinn, der auch durch Wiederholung nicht besser wird.
Stakeholder sind Personen oder Gruppen, die durch ihre Aktivitäten das Verfolgen von Unternehmensstrategien und das Erreichen von Unternehmenszielen beeinflussen. Für den Geschäftserfolg sind in erster Linie die primären Stakeholder relevant: Sie stehen mit Unternehmen in Geschäfts- bzw. Tauschbeziehungen – als Kunden, Mitarbeitende oder Investoren. Kurz gesagt: Geld fließt.
Anders bei den sekundären Stakeholdern: Sie stehen ausschließlich in Kommunikationsbeziehungen mit Unternehmen. Sie sind als potenzielle Kunden, Mitarbeitende oder Investoren vor allem für das Ausschöpfen der Erfolgspotenziale von Unternehmen relevant. Es fließt potenziell Geld.
Beides trifft auf KI nicht zu. Was also ist sie? In welchem Verhältnis steht sie zu Unternehmen? Sie ist ein Mediator. Sie steht zwischen Unternehmen und ihren Stakeholdern. Sie ist Gatekeeper, Multiplikator und Meinungsbildner. Darin ist sie mit Journalisten und Influencern vergleichbar. Nur, dass sie bereits heute wirkungsmächtiger ist.
Wir tun uns keinen Gefallen und gewinnen nichts, wenn wir KI anthropologisieren. Also menschliche Eigenschaften, Verhaltensweisen, Gefühle oder Absichten auf nicht-menschliche Wesen oder Dinge übertragen.
Im Gegenteil. Es verstellt den Blick auf die Funktion von KI für Image und Reputation von Unternehmen: Sie beeinflusst das Meinungsklima, auf dessen Basis sich Menschen Urteile bilden. Und das vor allem bei Personen und Gruppen, die über keine eigene Erfahrung mit den betreffenden Unternehmen verfügen.
Mit dem Einfluss von generativer KI auf die Wirkung von Kommunikation und die Weiterentwicklung von Monitoring, Messung und Controlling der Unternehmenskommunikation beschäftigt sich der gemeinsame Arbeitskreis Kommunikationssteuerung von Deutsche Public Relations Gesellschaft e. V. (DPRG) und AG CommTech.
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