Anfang der 90er-Jahre haben engagierte Pioniere auf ökologischere Produkte gesetzt und neue Instrumente wie Ökobilanzen und Umweltcontrolling eingeführt. Was ist daraus geworden?
Wer könnte das besser einschätzen als jemand, der seit über 30 Jahren Erfahrung mit Nachhaltigkeit in Unternehmen und Wirtschaft macht? Sabine Braun ist eine der erfahrensten und profiliertesten Nachhaltigkeitsberaterinnen Deutschlands. Sie hat 1993 die Nachhaltigkeitsberatung akzente in München gegründet. Heute ist sie Director bei Accenture Sustainability Services. Mit ihr habe ich gesprochen, wo Deutschlands Unternehmen stehen, wenn es um Nachhaltigkeit geht. Ihre Aussagen vermitteln Zuversicht, stimmen aber auch nachdenklich.
Nachhaltigkeit sei keine Kür mehr. Was ihr allerdings abgehe, sei „der Elan und die Kreativität jener Unternehmen, die es einst freiwillig und zur Positionierung im Wettbewerb gemacht haben“. Größtes Hindernis sei kurzfristiges Profitdenken. Andererseits sei die Transformation in manchen Branchen so weit fortgeschritten, „dass es in den Unternehmen nicht um mehr oder weniger Profit, sondern ums Überleben geht“.
Belastbare, konzernweite und geprüfte Daten seien unverzichtbar für vorausschauendes Management. Künstliche Intelligenz werde „bald schon viele Standardarbeiten abnehmen und zugleich durch neuartige und zeitnahe Datenauswertungen die Resilienz von Unternehmen erhöhen“. Beim Konsum sei die Antwort einfach: „Internalisierung der externen Kosten. Sprich: Preise, die die Wahrheit sagen. Dann wäre die heimische Tomate günstiger als die aus Spanien.“
Wer das vollständige Interview nachlesen möchte, findet es am Ende des Kapitels „Status quo der Nachhaltigkeit in Unternehmen“ in meinem Buch „Management der Nachhaltigkeitskommunikation“.
(Foto: Accenture)
